Theater
Einen besonderen Platz an der Stiftsschule Engelberg nimmt das Stiftstheater ein. Jedes Jahr wird ein Theaterstück eingeübt und Schülerinnen und Schülern sowie der Öffentlichkeit gezeigt.
In diesem Jahr steht Der Drache von Jewgeni Schwarz auf dem Programm: Eine musikalische Märchenkomödie über den Umgang mit Diktatoren und wie man sie wieder los wird.
Freitag, 10. Februar 20.00 Uhr
Samstag, 11. Februar 20.00 Uhr
Sonntag, 12. Februar 17.00 Uhr
Donnerstag, 16. Februar 14.30 Uhr
Eintritt: CHF 25.00 / CHF 10.00, Abendkasse jeweils 1 Stunde vor der Aufführung
Platzreservation und Vorverkauf: Sparkasse Engelberg: 041 639 50 10
ZUM STÜCK
Der Russe Jewgeni Schwarz schrieb 1943 mit «Der Drache» ein Märchen, das eine bitterböse Satire auf die Anfälligkeit des Menschen gegen seinen Opportunismus in Diktaturen ist. In Märchen können Tiere sprechen. So gibt der Kater Mariechen dem eintreffenden Helden Lanzelot gleich zu Beginn des Stücks den wohlgemeinten Ratschlag: «Wo du’s warm und weich hast, tust du am klügsten, wenn du vor dich hindöst und schweigst, mein Bester.» Ein Satz, der gleichsam wie ein ironisches Motiv über dem gesamten Stück steht. Die Bürger der Stadt haben sich abgefunden mit ihrem Schicksal, das seit Jahrhunderten einen Drachen über sie herrschen lässt. Es handelt sich dabei um den letzten Drachen auf der Welt und da sich die Bürger nicht wirklich wehren, zeigt er sich zumeist in sehr natürlicher, das heisst, menschlicher Gestalt. Unangenehm an ihm ist nur der Brauch, dass alljährlich eine Jungfrau geopfert werden muss. In diesem Jahr hat sich der Drache Elsa ausgesucht. Doch hat er nicht mit dem Gerechtigkeitssinn des fahrenden Ritters Lanzelot gerechnet, der die Stadt von ihrer Geissel befreien will. Irritiert muss dieser aber feststellen, dass sich die Bewohner der Stadt schon sehr an ihren Drachen gewöhnt haben. Dies trifft in solch hohem Masse zu, dass sie Lanzelot sogar auffordern, die Stadt kampflos zu verlassen und weiterzuziehen. Doch Lanzelot lässt sich nicht beirren. Er fordert den Drachen heraus. Es kommt zu einem gewaltigen Kampf. Lanzelot tötet das Untier, wird jedoch im Kampf selbst derart schwer verletzt, dass er sich – mehr tot als lebendig – in die Berge zurückzieht. Als er ein Jahr später zurückkehrt, findet er wiederum seltsame Zustände vor. Der frühere Bürgermeister hat sich an die Stelle des Drachen gesetzt und führt dessen Diktatur weiter. Lanzelot muss ein letztes Mal eingreifen. Roman Walker
ZUR MUSIK
Wenn es ums Loswerden von Despoten geht, gibt es in unseren Breitengraden nur eine Adresse; die Urner! So können wir für das diesjährige Kollegitheater auf alte Urner Volksmusik zurückgreifen, die uns von Peter Gisler und seinem Verlag Mülirad zur Verfügung gestellt wurde. Dazu gesellen sich Kompositionen von Carl Orff, Richard Wagner und Arrangements von Roman Walker.


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